Zum abkühlen gab es für mich dann Faun, die ich persönlich nur in bestimmten Momenten wirklich hören mag. Der Auftritt war trotz des Sängerwechsels zwei Wochen vor Auftritt souverän und für Fans der Band sowie Liebhaber der Musik ein Erlebnis.
Nach kurzer Umbaupause war die Ruhe vorbei, denn TANZWUT sorgten für ein feuriges Spektakel. Dass die Besucher der Zitadelle Textsicher sind, konnten sie dann auch gleich beweisen, da wohl vergessen wurde dem Teufel sein Mikro einzuschalten und somit der Anfang von „Ihr wolltet Spaß“, von den Fans gesungen wurde. Für ein Festival war es genau das Richtige. Auferstehung, Vulkan, Lügner, Wächter, Nein Nein und Schattenreiter verfehlten nicht ihre Wirkung. Das Ärzte Cover "Bitte, bitte" blieb an diesem Tag jedoch etwas blass, auch beim Publikum.
Tanzwut
Hitze? Was ist das? Ganz bescheiden war Alea, der Bescheidene, noch nie, und so stolzierte er seinen Mannen auch voran und machte den Berlinern gleich mal klar, dass Saltatio Mortis dem Wetter trotzen werden und nicht daran denken, einen Gang herunter zu schalten. Dem Stand das Publikum in nichts nach, und so hatten die Sanitäter dann zur frühen Nachmittagsstunde schon einiges zu tun, um die Kreisläufe einiger Fans wieder zum Rundlauf zu bewegen. Auch Saltatio greifen bei Festivals gerne auf bewährtes, für gute Laune sorgendes zurück. Sie „traten ein“ um mit „Worten“ dafür zu sorgen, dass „Salome“ erfährt wem die Welt gehört. Zum Abschluss sorgte dann das Volk beim „Spielmannsschwur“ für einen anhaltenden Hintergrundgesang.
Saltatio Mortis
Beachtlich wie fit die Fans an diesem Tag waren, denn die Sonne brannte erbarmungslos, der Staub füllte Lungen und Augen und trotzdem konnte immer noch eine Schippe darauf gelegt werden.
Bei der Letzten Instanz gab’s kaum noch ein halten und das Volk rockte munter mit. Die Bühnenerfahrung der Band war allgegenwärtig zu spüren, und so wurden auch kleine Melodie-Ausrutscher der Fans beim Gesang gekonnt ab - oder aufgefangen. Indem die Band einfach aus "Finsternis" eine Strophe des "Spielmannsschwur" einbaute, um die Fans dann wieder auf ihr Lied zu lenken.
Dass auch hier ein neuer in der Band war, wurde eigentlich erst bemerkt, als er eine Soloeinlage nach gebührender Vorstellung lieferte. David Pätsch (Ex- Blue Man Group und Subway to Sally) fügte sich perfekt in die Band ein.
Letzte Instanz
Wo wir bei der letzten Band sind. Subway to Sally konnten in der Dunkelheit, die sich endlich über das Gelände legte und die Sonne vertrieb, so richtig aufdrehen und die Nacht wieder zum Tag machen.
Mit einer gelungenen Mischung aus alten und neuen Sachen, wie z.B. „Kleid aus Rosen“, passte an diesem Abend genauso gut ins Set wie „Judaskuss“ oder „besser du rennst“. Zum Abschluss gab´s noch einen kleinen Schockmoment für die Fans, als Eric für die Zugabe fragte, ob sie lieber „Sieben“ oder „ Julia und die Räuber“ spielen sollten.
Was für eine blöde Frage! Ein Subway Konzert ohne " Julia"? Das erinnert an Unheilig ohne „sage Ja“. Während der Aachener seine Fans derbe enttäuschte, ließen sich Subway to Sally jedoch nicht lumpen und sorgten so dafür, dass die Fans noch Stunden nach dem Konzert in Berlin IHREN Schlachtgesang "Blut, Blut, Räuber saufen Blut, Raub und Mord und Überfall sind gut, hoch vom Galgen klingt es, hoch vom Galgen klingt es, Raub und Mord und Überfall sind gut!" zum besten gaben und die Berliner in Verwirrung stürzten.
Subway to Sally
Fazit: Die Bodenprobleme wird man in der Zitadelle wohl nie wirklich in den Griff bekommen, aber das Festival an sich, steigert sich von Jahr zu Jahr und gehört schon jetzt zum festen Bestandteil des Festivalsommers.
- Zita Rock & Folk 2010 Tag 1
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