Wobei Schatten, wäre ganz schön gewesen, bei der teilweise erbarmungslosen Sonne. Das größtenteils in freundlich hellem Schwarz gekleidete Publikum, war dann auch nach diesem Feuerwerk an Tanzwütigkeiten schon arg durchgeschwitzt.
Nun gehörte die Bühne
Zeraphine, welche mit sanftem Schmuse Pop-Rock, eher dem weiblichen Publikum Wärme um`s Herz brachte. Als Highlight sei hier "Ohne dich" und "Be my Rain" erwähnt. Alles in allem fehlte mir bei dieser Darbietung ein wenig der Kick. Solides Programm, glänzend in Szene gesetzt, aber irgendwie ohne Highlight. Mit
Dreadful Shadows war irgendwie mehr Pfeffer drin.
Also, flugs den Flüssigkeitspegel aufgefüllt und dann auf zu
Diary of Dreams.
Tja, was ist das? Die einen verließen fluchtartig das Infield, die anderen waren schon nach den ersten Takten im Reich der Träume.
Eine unter die Haut gehende Stimme drang bis in die tiefsten Zellen des Gehirns vor und ließen dort Bilder entstehen, wie sie abwechslungsreicher kaum sein konnten. Mal sanft, mal kräftig ging`s von den Ohren in die Beine. Der/Die eine tanzte träumend, der/die andere rannte schreiend weg...
Diary of Dreams polarisieren.
Nicht zu halten war dann
Peter Spilles, der mit seinem energischen Auftritt gleich mal allen zeigte, wo der Dampf her kommt, der das Zita Rock zum beben brachte.
Project Pitchfork stampften mit "Timekiller" oder "Excistence" alles in Grund und Boden. Die Massen tobten und feierten
Projekt Pitchfork sowie sich selbst.
Das blöde an dem Gig war nur, dass Nicht-PP-Fans nun auch keine geworden sind, denn ausserhalb des Infields, wurde der Sound von Minute zu Minute schrecklicher, bis nur noch ein einziger Brei aus kreischenden Hochtönen und dröhnenden Bässen zu vernehmen war.
Was soll ich nun zu
Oomph! sagen? Ich gebe zu, ich mag die Band nicht. Somit hatte ich die Erwartung an einen schmerzvollen Pflichtbesuch des Infields, um euch berichten zu können. Tja, "wer schön sein will, muß leiden!" und schon hatte es mich gepackt.
Live eindeutig besser, wie erwartet, muß ich Abbitte leisten. 130% Energie flogen dort von der Bühne in`s Publikum. "Fieber" und "gekreuzigt" rissen die Fans ebenso mit wie "Revolution".
Der Sandmann zum Abschluß, versetzte viele in Gedanken über die Zustände in unserem Land. Die Ansage
Dero's, sorgte eher für einen Abbau der Emotionen von 100 auf Null, da sie eher peinlich wirkte.
Nun ging das Gedränge auf einmal los, alles was jetzt noch irgendwie hinten stand, drängte nach vorne. Alle wollten dem ,was nun folgte, so nahe wir nur irgend möglich sein.
21:00 Uhr, die Nebelmaschine hüllte die Bühne ein, erste Pianoklänge erklangen, die Menge drehte durch.... "Lampenfieber" hat
der Graf vor jedem Auftritt, und er bekämpfte diesen mit einer unglaublichen Energieleistung, die einem Marathonläufer zu Ehren reicht. Sein "Spiegelbild" lief immer röter an, medizinisch Bewanderten wurde ganz schwindelig, aber nicht dem
Grafen.
Unheilig hatten ab der ersten Minute die Zitadelle fest in den Händen. Sie trieben das Volk zu ekstatischen Höhen und den abgründigsten Tiefen. Ein "Tanz mit dem Feuer", bei dem sich nicht nur der "Astronaut" wie eine "kleine Puppe" fühlt, die an kleinen Fäden geführt wird.
Auf einmal war der ewig quirliege
Graf ruhig. Er blieb in der Mitte der Bühne stehen, holte tief Luft, schautesich um und aus tiefster
Seele zellebrierte er "An deiner Seite", und trieb damit manch einem Besucher die Tränen in die Augen.
Zum "Feuerengel" mußte er dann zweimal ansetzen, da es ihm schlicht die Sprache verschlagen hatte.
Ein guter Entertainer läßt seine Fans aber nicht mit einem Gefühl der Trauer das Konzert verlassen, sondern holt zum Ende nochmal alles raus.
"Sage Ja", "Maschine" und zum Schluß "Freiheit" sorgten für manch` raue Stimme am nächsten Tag.
Dann ist auch schon 22:00 Uhr, die Fans forderten lautstark nach Zugaben, wenn`s nach ihnen giegangen wäre, würde dieses Konzert noch 3 Stunden gehen. Aber es ging nicht nach ihnen, sondern nach dem gnadenlosen Berliner Ordnungsamt. 22:00 Uhr - Strom aus!
So mußte
der Graf erst energisch bitten, dass er wenigstens noch ein paar Worte sagen konnte.
Aber alles Schöne hat auch seine negativen Seiten.
Ein wenig Kritik darf erlaubt sein, denn gerne wären wir noch ein wenig zur anstehenden "Disko" geblieben, jedoch hatten alle einen riesen Hunger. Leider hatten sämtliche Buden (!) mit bissfester Nahrung bereits geschlossen, wie ich von einigen Besuchern hörte, teilweise bereits schon um 20:00 Uhr, wegen Ausverkauf.
Andere Buden hatten erst gar nicht auf, und wieder andere waren so überrannt, dass man schon eine Band hätte aussetzen müßen, um sich dort mit Nahrung zu versorgen.
Hier sollte im nächsten Jahr dringend am Konzept gefeilt werden!!
Ebenso frustierte der Boden die tanzwütige Masse! Es war kein Halt darauf zu finden, die Steinchen hatte man immer im Schuh und wer nicht gerade Arbeitsschuhe an hatte, merkte immer wieder, wo er denn drauf stand....
Aber, alles in allem:
Ihr wolltet Spass? JAAAA! Und wir haben ihn gehabt, Zita 2010, wir kommen wieder!
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