 Es ist Sonntagabend, der 17.04.11, kurz nach 20:00 Uhr. Wir befinden uns im Herzen von Barmen, genauer gesagt im Live-Club-Barmen in Wuppertal. Ein gut gefüllter Saal, etwa 300 "Fishheads" erwarten ihren Meister. Die Stimmung ist prima, Frank (unser Fabra!) versorgt hinter der Theke die Gäste mit geeigneten Kaltgetränken, verpasst dafür aber leider größtenteil das nachfolgend Beschriebene.
Das Arrangement auf der überschaubaren Bühne wirkt eher spartanisch: ein Barhocker links, dazu eine leicht mitgenommen erscheinende, einfache Acoustic-Gitarre. In der Mitte ein Micro- und ein Notenständer, rechts ein simples Keybord. Weiter hinten, wo sonst normalerweise das Schlagzeug thronen würde, verliert sich ein kleiner, hauptsächlich mit Wein und Weingläsern dekorierter Beistelltisch (von dem im Laufe des Abends durchaus noch Gebrauch gemacht wird).
Eine stimmungsvolle Acoustic-Session eines gewissen Herrn Derek William Dick, zusammen mit seinen langjährigen Weggefährten Frank Usher (Git.) und Foss Paterson (Keys), ist angesagt.
Foto von Andre ScollickFISH betritt zunächst alleine die Bühne und nach der Begrüssung erklärt er einige Spielregeln für den Abend in Richtung möglicher Störenfriede; schließlich soll's ja ruhig zugehen.
Mit einer kurzen, reinen Gesangseinlage zu "Chocolate Frogs" gelingt der Einstieg und es dominieren zu Beginn einige Songs aus seinem Solo-Repertoire: "Jumpsuit City", "Brother 52", "Just Good Friends", "Cliché", dazwischen "Jigsaw" aus dem zweiten Marillion-Album "Fugazi" bilden den Auftakt.
Es sind vor allem die alten Stücke wie auch das folgende "Punch & Judy", die einen Flair verbreiten, die das Publikum mitnehmen, erinnernd an die Zeit Anfang der 80er, wo der Progressive-Rock gerade durch Bands wie Marillion mit FISH eine Wiederauferstehung erfahren hat.
Trotz einiger Schwierigkeiten mit den ganz hohen Tönen -FISH musste sich in der jüngeren Vergangenheit mehrerer Stimmbandbehandlungen unterziehen- steckt er all seine Energie in die Interpretationen, arbeitet wie gewohnt mit seinem ganzen Körper und lebt die poetische Musik.
Dann der vielleicht magischste Moment des Abends: "Vigil", für viele Fans DAS Stück schlechthin aus dem ersten Solo-Album! Für den leisen Beginn verlässt FISH die Bühne, marschiert bedächtig durch das Publikum und singt, ja zelebriert gar in der Menge. Ehrfürchtig bildet das Volk Spalier, geniesst aber gleichzeitig diese Nähe zu seinem Idol.
Später wieder auf der Bühne: "Out Of My Life". Nicht nur musikalisch, sondern auch Entertainer-like erzählt FISH immer wieder kleine Anekdoten aus seinem Leben. Besonders die schottsche Herkunft und eine damit verbundene Rivalität oder gar Haßliebe zu England treten da hervor. Ausgerechnet die Deutschen, erklärt er, bescherten ihm in dieser Angelegenheit einen großen Moment der Genugtuung: das nicht gewertete Tor der Engländer im Achtelfinale der Fussball-WM im vergangenen Jahr. Quasi in Zeitlupe lässt er für alle diese Szene noch einmal wort- und gestenreich aufleben. Die Abrechnung mit Wembley also, dem vermeintlichen GAU eines jeden schottischen Fussballfans, womit er natürlich auch aus der Seele der deutschen Anhänger spricht.
Weiter geht's mit "Slainte Mhath", dem einzigen Stück des Abends aus dem letzten gemeinsamen Marillion-Album, gefolgt von der wunderschönen Ballade "Gentlemen's Excuse Me". Mitsingen ist angesagt. Nach "Zoe25" schließt sich dann die Hit-Kombi "Kayleigh/Lavender" an. Und schließlich als Zugabe ein ausgedehntes, geniales "Fugazi".
Foto von Andre ScollickGute 2 Stunden gibt sich FISH die Ehre, und es wird wohl niemand die Halle verlassen, der hier nicht auf seine Kosten gekommen ist.
Herzlichen Glückwunsch an FISH, der in diesen Tagen seinen 53. Geburtstag feiert und auch herzlichen Glückwunsch an die Rockmusik, einen solchen Protagonisten hervorgebracht zu haben.
Wir haben natürlich auch noch eine ganze Reihe schöner Fotos zu diesem Event zu bieten. Schaut einfach in unserem Fotoalbum vorbei! Vielen Dank an Stefan Köhler für die Unterstützung während des gesamten Abends und an Andre Scollick, der uns für die Berichte und das Fotoalbum seine Fotos zur Verfügung gestellt hat. (@ Casy: das Fotografieren einer Bühnenshow üben wir dann irgendwann noch einmal...!!)
Es bestehen noch folgende Möglichkeiten, FISH im Mai zu besuchen:
04.05. in Remscheid, 05.05. in Landstuhl, 06.05. in Datteln (mit Chris Thompson), 07.05. in Duisburg, danach sind noch einige Gig im Herbst geplant.
Übrigens: unsere "FISH-Wochen" sind noch nicht vorbei. Mitte Mai gibt's hier bei uns ein zweistündiges Special von, mit und über FISH, darin enthalten auch eine tolle Überraschung, moderiert von Casy. Haltet Euch via Sendeplan auf dem Laufenden!
- zum Fotoalbum
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