Gegen 14:30 machte ich mich an diesem Tag auf den Weg nach Hamburg, da ja um 16 Uhr das Interview mit Ignis Fatuu im Hotel der Band auf dem Plan stand, und ich vorher noch kurz meinen knurrenden Magen besänftigen wollte. Danach war dann die Fahrt zum Logo und natürlich das Konzert mit Ignis Fatuu und Feuerschwanz geplant. Aber es kam alles ganz anders...
Schon kurz nach dem losfahren jammerte mir eine weibliche Stimme irgendwas ins Ohr, von wegen "die Route wird aufgrund der aktueller Verkehrslage geändert"... Ein kurzer Blick auf`s Display, ok, anstatt 15:20 Uhr stand da jetzt was von 15:40 Uhr als Ankunftszeit, aber immer noch früh genug. Also, munter auf die Autobahn und zügig im strömenden Regen `gen Hamburg. Eine Ausfahrt früher wie geplant von der Autobahn, da mir direkt dahinter schon die Rücklichter der LKW zuzwinkerten. Aber nein, Vollbremsung. Ausfahrt dicht, ok, es fahren halt alle hier ab, die sich wenigstens ein wenig auskennen.
Es sind nur noch 5 km bis zum Logo, das passt. 20 Minuten später und nur 1 km weiter, rief ich vorsorglich mal bei Ignis Fatuu an, denn es könnte knapp werden. "Nur keine Hektik, wir stehen noch auf der A1 im Stau".
Eine halbe Stunde später rief ich nochmals an. Wir einigten uns dann darauf, dass wir uns direkt vor der Halle treffen, dann hätten wir nämlich noch genug Zeit. Ich hatte keine Ahnung, welche Strapazen die Jungs und Mädels von Ignis Fatuu und Feuerschwanz (deren Tourbus unterwegs auch noch den Geist aufgab) schon hinter sich hatten. Gegen 17:15 Uhr erreichte ich endlich das Logo. Ignis sind scheinbar mit mir zur selben Zeit am Logo angekommen, waren aber auf der falschen Seite und brauchten somit nochmal gute 20 Minuten um zu drehen und zurück zur Halle zu kommen. Ich sag` euch, Hamburg ist eine einzige Baustelle... Ein Horror für jeden Autofahrer.
Um so größer ist es Ignis Fatuu in Person, also Rob und Alex anzurechnen, dass es mit dem Interview dann doch noch was wurde. Zwar etwas gehetzt vom Zeitdruck und etwas lauter dank des Soundchecks von Feuerschwanz, ist das Interview im Kasten und wird euch bald zu Gehör kommen. Hier auch noch einen Dank an den Betreiber des Logo, denn er hatte uns spontan sein Büro zur Verfügung gestellt.
Nun war es 19:00 Uhr und ich kam endlich dazu meinen Magen zu füllen, klasse Pizza gab es gegenüber dem Logo. Und von meinem Fensterplatz aus konnte ich dann auch schon sehen, wie sich die ersten Besucher zu solch früher Stunde bei recht feuchtem Wetter einfanden. Es versprach ein guter Abend zu werden.
Ignis Fatuu eröffnen die Wunsch ist Wunsch Tour 2011 Pünktlich um 21: 00 Uhr betraten ohne viel Aufhebens Ignis Fatuu die kleine Bühne im gut gefüllten Logo und wurden schon lautstark von den Fans begrüßt.Bereits nach 2-3 Takten war die halbe Halle überzeugt und ging kräftig mit. Es wurde ausgelassen getanzt, gepogt, geschrien. Hände wurden gereckt, Haare gewedelt...
Ein breit gemischtes Publikum machte seiner Begeisterung von Anfang an, jeder auf seine Art, Luft. Auch die Gesichter der Band entspannten sich sichtbar. Es herrschte anscheinend doch ein wenig Lampenfieber.
Die Strapazen der Anreise gemischt mit den gefühlten 50 Grad Celsius sowie den Logo-typischen 200% Luftfeutigkeit, machten zwar allen sichtbar zu schaffen, was Ignis Fatuu aber nicht davon abhielt den Fans alles zu bieten.
Mit einer guten Mischung aus beiden Alben heizten Ignis Fatuu der Menge richtig ein (mittlerweile war die ganze Halle am toben) und konnten es dann auch wagen, die Stimmung ein wenig ab zu kühlen, in dem sie mit Stille Wasser ihr thematisch wohl schwierigsten Song präsentierten.
Ziemlich mutig ein solches Thema überhaupt anzupacken und noch mutiger es auch noch Live zu spielen. Ebenso mutig wurden fast die Hälfte der Songs aus dem Album Neue Ufer präsentiert, welches erst einen Tag NACH dem Gig auf den Markt kam. Aber der Mut wurde in beiden Fällen belohnt.
Nach lautstarken Rufen wurde dann als Zugabe noch Wächter der Nacht und Neue Ufer zum besten gegeben und die Fans brauchten dringend Luft und drängten sich in der Umbaupause dann freiwillig raus in den Regen.
Feuerschwanz Das Hamburger Publikum ist Feierwütig und fordert die Recken mit einem Jugendfreien Zweiklang "Feuer" "Glied" schon frühzeitig auf die Bühne.
Des Hauptmanns Geiler Haufen entern im dunkeln die Bühne, ein kurzer ängstlicher Blick ins Volk.. Alles ok, die Leute stehen noch auf den Beinen..
Bei dem Klima in der Halle und der Party zuvor nicht selbstverständlich :-).
Doch der Hauptmann kennt keine Gnade! Jetzt kommt Feuerschwanz und das mit aller Macht! Das "Der Henker" den Auftakt macht, war aufgrund seines Intros eigentlich klar... Und die Fans dankten es indem sie auch nun schon wieder mit vollem Einsatz mitfeierten. Mit einigen gelungenen Ansagen zur Rechten Zeit, heizte der Hauptmann die Stimmung immer weiter an und fand dann in der Bühnenschow zum Titeltrack der neuen CD "Wunsch ist Wunsch" einen vermeintlichen Höhepunkt.Viele andere Bands hätten danach die Bühne verlassen und noch `ne Zugabe bringen können, aber nicht bei Feuerschwanz, jetzt wurde richtig aufgedreht. Nach "Krieger" und "Latte" wurde das Publikum erstmal geteilt und Meize Musch Musch auf der einen und Prinz Hodenherz auf der anderen Seite brachten ihre Mitstreiter zu wahren Dezibel Höchstleistungen. Bevor sich dann um die Gesundheit des Volkes gekümmert wurde und zum fröhlichen Gesundheitstanz "Hura Hura die Pest ist da" zum Besten gegeben wurde.
Natürlich wurden auch alle Recken wieder als "Verteidiger des wahren Mets" eingeschworen, bevor "Symposium" begeistert aufgenommen wurde. So langsam musste man Angst um die Fans bekommen, die es einfach nicht lassen konnten zu feiern. Der Prinz musste sein Mikro zwischenzeitlich auch ein wenig an die Seite stellen, da der Schweiß der Massen sich ausgerechnet diesen Fleck aussuchte, um von der Decke zu tropfen. Aber was soll`s.
Ihre Hochachtung vor einem Urgestein des Metal und als Geburtstagsgruß präsentierte Feuerschwanz nun ein wirklich gelungenes "Arsch voll Met" und zeigte damit auch gleich, was alles aus den Instrumenten der Spielleute zu holen ist.
Da sich der Prinz bisher immer noch nicht ins Volk begab, machte dieses eben selbst eine Polonaise durch die Halle, während Monogamie von der Bühne drohnte. Da der Prinz diesem Treiben nicht lange zusehen konnte und immer nervöser wurde, bekam er dann die Erlaubnis und sprang beherzt von der Bühne, um sein Volk durch Hamburg zu geleiten (im wahrsten Sinne des Wortes, da fast die ganze Halle mitmachte, rauschte der Zug vor die Halle und drehte erst nach einigen dutzend Metern wieder um).
Über diesen Tourauftakt werden die Fans noch länger freudig reden und die Bands sind grandios in diese Tour gestartet.Ich freue mich schon auf den Sommer, wo beide Bands wohl in Wacken richtig große Party feiern können und werden!
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